Befundauskunft: 0335 5581-100

Saisonale Influenza


Erkennung, Labordiagnostik, Therapie


Erreger

  • Influenza-A-Virus, Subtypen H1N1 und H3N2
  • Influenza-B-Virus, Victoria- und Yamagata-Linie


Erregerzirkulation

  • weltweit in den gemäßigten Zonen der Nord- und Südhalbkugel im Winter
  • ganzjährig in tropischen Regionen
  • in Deutschland meist von Januar bis März/April
  • selten auch neuartige Virusvarianten (Antigenshift) außerhalb der Saison

Gefährdete Personen

  • Kleinkinder
  • Schwangere
  • ältere Menschen
  • Menschen mit chronischen Grunderkrankungen: Atemwegserkrankungen, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes u. a. Stoffwechselkrankheiten
  • Menschen mit Immundefekten
  • medizinisches Personal


Infektionsweg

  • Ansteckung durch Tröpfchen (z. B. Ausscheidung beim Husten oder Niesen)
  • Übertragung durch verunreinigte Hände oder Oberflächen

Klinische Symptomatik

  • akut hohes Fieber
  • akut schweres Krankheitsgefühl
  • Pharyngitis, Tracheitis
  • Husten, Schnupfen
  • Muskel-, Kopfschmerzen


Komplikationen

  • Pneumonie
  • bakterielle Superinfektion
  • Verschlechterung chronischer Lungenerkrankungen
  • Muskelentzündung (Myositis) oder -verfall (Rhabdomyolyse)
  • Enzephalitis, Myokarditis
  • Erschöpfungszustand (postgrippale Asthenie)
  • Mittelohrentzündung bei Kindern

Wichtige Differenzialdiagnosen

  • Infektion mit respiratorischem Synzytialvirus (RSV), humanem Metapneumovirus (hMPV), Mycoplasma pneumoniae oder Chlamydia pneumoniae
  • Erkältung („grippaler Infekt”, z. B. durch Rhino-, Adeno-, Parainfluenza-, Corona- oder Enteroviren)
  • Tropenkrankheiten bei Reiserückkehrern (Malaria, Dengue- und Chikungunyafieber)


Labordiagnostik im IMD Labor Oderland 


Direkter Erregernachweis = Methode der Wahl

  • Nukleinsäureamplifikation mittels real-time-RT-PCR aus Abstrichen zum schnellen Nachweis der Influenzaviren A und B


Indirekter Erregernachweis 

  • Antikörpernachweis mittels Komplementbindungsreaktion (KBR)
  • empfohlen nur für differenzialdiagnostische und epidemiologische Fragestellungen
  • nicht geeignet für die Frühdiagnostik, da spezifische Antikörper frühestens eine Woche nach Krankheitsbeginn nachweisbar werden und die Bestätigung einen signifikanten Titeranstieg voraussetzt


Organisation der Diagnostik

  • Bearbeitung von Montag bis Freitag
  • Ergebnis am Folgetag
  • Zu Hochzeiten der Influenza (orientiert an der „Arbeits­gemeinschaft Influenza“ am Robert Koch-Institut) erfolgt die Abarbeitung von Montag bis Samstag.


Untersuchungsmaterial

2 Abstriche (= 1 Auftrag/Barcode)
  • 1 Nasenabstrich links oder rechts (bzw. kombiniert: links und rechts)
  • 1 Rachenabstrich
  • Verwendung anderer Materialien bitte nur nach Absprache mit dem Labor.


Entnahme

  • trockene Abstrichtupfer ohne Medium
  • Bestellnummer: 552C (keine bakteriologischen Abstrichtupfer)
  • nach Probengewinnung Abstrichtupfer in Probenröhrchen überführen
  • Röhrchen mit Namen und Vornamen sowie mit Entnahmedatum und -ort beschriften


Auftrag

  • Überweisungsschein mit Auftrag „Influenzavirus-Direktnachweis" oder „Influenza-PCR“
  • bei KV-Aufträgen gilt die Kennnummer 32006


Lagerung und Transport

  • Zwischenlagerung bei 2-8 °C (Kühlschrank)
  • Abstrich-Bestecke in separater Labortüte an unseren Kurierfahrer übergeben 
  • Transport ins Labor (bei 4 °C) innerhalb von 24 h


Befundübermittlung

  • Positive Befunde teilen wir vorab telefonisch mit (alternativ per Fax, falls wir Sie nicht erreichen).
  • Negative Befunde übermitteln wir vorab per Fax.


Therapie

  • Für eine therapeutische Entscheidung (Neuraminidasehemmer) ist eine Influenza-Diagnostik relevant, wenn das Ergebnis innerhalb von zwei Tagen nach Krankheitsbeginn zur Verfügung steht.


Prävention

  • Standardhygienemaßnahmen
  • Impfung (vor Beginn der Influenzasaison)
  • antivirale Medikamente, z. B. bei Kontraindikationen gegen Impfung (präexpositioneller Einsatz) oder bei Ausbruchsgeschehen (postexpositioneller Einsatz)


Meldepflicht

  • Für saisonale Influenza besteht keine Arztmeldepflicht (§ 6 IfSG); ausgenommen ist der begründete Verdacht auf zoonotische Influenza (§ 1 IfSGMeldAnpV).
  • Entsprechend der Labormeldepflicht (§ 7 IfSG) übermitteln wir alle positiven Direktnachweise namentlich an das Gesundheitsamt.

 
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (www.rki.de).

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Dr. med. Frank Berthold
Dr. rer. nat. Nico Pietack
Dr. rer. nat. Antje Kröber





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