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Cystatin C - Frühmarker für Nierenerkrankungen und Parameter zur Bestimmung der Nierenfunktion

Biochemie

Cystatin C ist ein nicht glykosyliertes niedermolekulares Protein (MG = 13,4 KD), das in allen kernhaltigen Zellen konstant gebildet wird.
AJ. Barett hat 1984 erstmals seine Funktion beschrieben. Sie besteht in der Regulation von Proteasen, die aus lädierten oder zerfallenen Lysosomen freigesetzt werden. Cystatin C wird frei glomerulär filtriert, im proximalen Tubulus reabsorbiert und katabolisiert. Die Serumkonzentration von Cystatin C ist daher allein abhängig von der glomerulären Filtrationsrate (GFR)!
Bei Früh- und Neugeborenen findet sich physiologisch eine erhöhte Konzentration (infolge einer relativen Nierenreife), diese fällt im Laufe des ersten Lebensjahres kontinuierlich ab und bleibt dann bis zum 50. Lebensjahr konstant und steigt in zunehmender altersbedingter Einschränkung der GFR wieder an. 

Klinische Bedeutung

Vergleichsuntersuchungen von Cystatin C und der Referenzmethode (Insulin- und 51 Cr-EDTA-Clearance) zur Ermittlung der GFR zeigen fast eine lineare Korrelation zwischen dem reziproken Wert von Cystatin C und der GFR. Da Creatinin erst bei einer 50 %-igen Reduktion der GFR ansteigt, stellt Cystatin C gerade im "creatininblinden" Bereich einen guten Indikator einer subklinischen Nierendysfunktion dar. Bereits eine diskrete Einschränkung der GFR führt zu einer signifikanten Erhöhung von Cystatin C im Blut, die Überlegenheit der Bestimmung zeigt sich daher besonders bei Patienten mit beginnender Nierendysfunktion bei noch normalem Creatinin oder Creatinin-Clearance.

Vorteile einer Cystatin C-Bestimmung

  • Konzentration fast ausschließlich von der GFR abhängig
  • unabhängig von Geschlecht, Alter (1 bis 50 Lebensjahre), Muskelmasse und Ernährung
  • keine Beeinträchtigung durch inflammatorische Prozesse oder Malignome
  • für Kinder sehr gut geeignet
  • Bestimmung nur aus Serum, Ergebnis am gleichen Tag
  • zeigt auch geringe Beeinträchtigung der GFR an
  • ist sensitiv im "kreatininblinden" Bereich

Nachteile einer Creatinin-Clearance-Bestimmung

  • Anstieg erst bei einer 50-%igen GFR-Reduktion
  • abhängig von Geschlecht, Alter, Muskelmasse und Ernährung
  • Urinsammlung (24 Std.) oft fehlerhaft und umständlich
  • Ergebnis erst nach 24 Std. 

Indikation

  • Screening auf Nierendysfunktion
  • akute oder chronische Nierenerkrankung
  • Erkrankung mit möglicher Nierenbeteiligung
  • Hämodialyse und Nierentransplantation
  • Therapie mit nephrotoxischen Substanzen
  • Früherkennung von Präeklampsie

Präanalytik / Probennahme

Patientenvorbereitung:Die Einnahme von Methylprednisolon führt zur Erhöhung des aktuellen Cystatin C-Spiegels.
Die Einnahme von Cyclosporin A führt zur Senkung der aktuellen Cystatin C-Spiegel.
Ansonsten bestehen keine Einschränkungen.
Material:Serum (weiße Sarstedt-Monovette)
Präanalytik:Die Blutprobe muss am Entnahmetag im Labor eintreffen.


Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Tel. 0335 5581-100.


Dipl.-Med. Michael Schuster
Facharzt für Transfusionsmedizin und Facharzt für Laboratoriumsmedizin 


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