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Untersuchungsmaterial für mikrobiologische Untersuchungen bei Verdacht auf Parasiten
Hinweise zur Entnahme von Stuhl bei Verdacht auf Darmparasiten
- Aufgrund zeitlich schwankender Parasitenausscheidung ist die Untersuchung von 3 Stuhlproben empfohlen. Zeitlicher Abstand der Probennahme 1 – 3 Tage.
- Ausreichend Material einsenden (ca. 5 g Stuhl, entspricht einem zu etwa einem Drittel gefüllten Stuhlröhrchen). Material für die Einsendung aus der weichen Fraktion des abgesetzten Stuhls entnehmen.
- Transport: Versand von nativem Stuhl (möglichst innerhalb von 24 Std.), da fast alle Darmparasiten Dauerformen (Eier, Zysten) produzieren.
- Bei Verdacht auf Oxyuren (Enterobius vermicularis) perianales Abklatschpräparat mit Hilfe eines Klarsichtklebestreifens anfertigen (Perianalbereich vorher nicht reinigen!), Klebestreifen anschließend auf einem Objektträger fixieren.
- Untersuchungsanforderungen » siehe Tabelle
Hinweise zur Blutentnahme bei Verdacht auf Blutparasiten
Bei Fieber nach Auslandsreisen in warme Länder ist der
Ausschluss von Malaria erforderlich.
| Malariaarten |
Parasit |
Inkubationszeit |
| Malaria tropica |
Plasmodium falciparum |
8 – 24 Tage |
| Malaria tertiana |
Plasmodium vivax
Plasmodium ovale |
9 – 18 Tage
10 – 17 Tage |
| Malaria quartana |
Plasmodium malariae |
bis zu 6 Wochen |
| Differenzialdiagnose | - Typhus, Amöbenleberabszess, Dengue-Fieber, systemische Leishmaniose,
Babesiose
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| Labordiagnose | - Mikroskopischer Nachweis der Parasiten im peripheren Blut
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| Untersuchungsmaterial | - EDTA-Blut (auch Kapillarblut), Anfertigen eines Blutausstriches und eines sog.
„Dicken Tropfen“
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| Hinweis | - Ein einmaliger negativer mikroskopischer Untersuchungsbefund schließt eine Malaria nicht aus, da die Parasitämie beim Entwicklungszyklus der Plasmodien erhebliche Schwankungen von Tag zu Tag aufweisen kann.
- Bei entsprechendem klinischen Verdacht ("Tropenanamnese", klinische Symptomatik (z. B. Fieber, Durchfälle Erbrechen, Eintrübung / Somnolenz / Koma / Schocksymptomatik)) ist zum Ausschluss/Nachweis einer Parasitämie eine kurzfristige Kontrolluntersuchung (ggf. alle 12 Std. über mehrere Tage) erforderlich.
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Hinweise zur Uringewinnung bei Verdacht auf Bilharziose
| Indikation | - bei Verdacht auf Bilharziose (Schistosomose), Hämaturie, Proteinurie, häufigem Harndrang
- Patienten nach Aufenthalt in Endemiegebieten von Schistosoma haematobium mit beschriebener Symptomatik
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| geographische Verbreitung: | - große Gebiete in Afrika mit Wasserläufen, nordwestlich-nordöstliches Afrika, Nildelta bis nach Südafrika, feuchte Gebiete Ost- und Westafrikas, Westseite Madagaskars, arabische Halbinsel, Irak, sowie kleine Gebiete in Indien
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| Entnahmezeitpunkt | - optimal zwischen 10:00 und 14:00 Uhr und nach größerer körperlicher Anstrengung (z. B. Treppen steigen u. ä.) optimal
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| benötigte Urinmenge | - ca. 30 ml Urin (letzte Fraktion)
- Patient sollte angehalten werden, auch den letzten Urintropfen aufzufangen.
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| Besonderheiten | - Transport dunkel und gekühlt
- wenn Untersuchung nicht sofort möglich, pro 100 ml Urin 1 ml 37 % -iges Formalin zusetzen (Mirazidien-Schlüpfverfahren dann nicht mehr möglich)
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| Hinweis | - nach längerer Transportzeit Befund unter Vorbehalt
- Untersuchung schnellstmöglich durchführen (bis 2 h nach Entnahme)
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