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Aktuelle Information zur MDRD-Formel

Einschränkung der Nutzbarkeit

Seit einigen Jahren wird die MDRD-Formel zur Abschätzung der Glomerulären Filtrationsrate (GFR) im klinischen Alltag zur Beurteilung der Nierenfunktion genutzt.

Sie wurde an einem großen Kollektiv von Patienten mit moderater bis schwerer chronischer Nierenfunktionseinschränkung (Modification of Diet in Renal Disease Study, MDRD-Studie) entwickelt. Daher ist ihr Aussagewert bei Nierengesunden nicht geklärt. Außerdem ist sie nicht geeignet zur Bestimmung der GFR bei Kindern und Jugendlichen, Patienten über 70 Jahre, Menschen mit extrem hohem oder niedrigem Körpergewicht, stark verminderter Muskelmasse oder Mangelernährung.

Eine hohe Verlässlichkeit besitzt die MDRD-Formel im GFR-Bereich 20-60 ml/min.

In einer aktuellen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie zur Abschätzung der Glomerulären Filtrationsrate heißt es: "Die bisher zur Abschätzung der GFR empfohlene MDRD-Formel eignet sich grundsätzlich zwar noch immer zur Anwendung in der klinischen Alltagsroutine, hat jedoch besonders im Bereich einer GFR um 60 ml/min und darüber das Manko, dass die tatsächliche GFR unterschätzt wird, ein Patient also eventuell fälschlicherweise als beginnend niereninsuffizient eingestuft werden könnte."

Um diesbezügliche Fehleinschätzungen zu vermeiden, werden wir zukünftig ab dem 1. Oktober alle Werte oberhalb von 60 ml/min als >60 ml/min angeben. Zur exakten Berechnung der GFR empfehlen wir Ihnen die Bestimmung von Cystatin C.

Für die Entscheidung, ob eine chronische Nierenkrankheit vorliegt und eine Weiterbehandlung durch einen Nephrologen erforderlich ist, werden weiterhin GFR-Werte <60 ml/min relevant sein, bei gleichzeitiger Eiweißausscheidung über drei Monate.


Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Tel. 0335 5581-100.

Kerstin Schurig
Dipl.-Biologin


Dr. med. Michael Schuster
Facharzt für Transfusionsmedizin und Facharzt für Laboratoriumsmedizin


Literatur:

  1. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie zur Abschätzung der Glomerulären Filtrationsrate; Das Nierenportal, Prof. Dr. med. jan Galle, Pressesprecher der DGfN2011
  2. Levey AS, Bosch JP, Lewis JB, Greene T, Rogers N, Roth D. A More Accurate Method To Estimate Glomerular Filtration Rate from Serum Creatinine: A New Prediction Equation. Ann Intern Med. 1999;130:461-470
  3. [2] Levey AS, Stevens LA, Schmid CH, Zhang YL, Castro AF, III, Feldman HI, Kusek JW,Eggers P, Van Lente F, Greene T, Coresh J. A new equation to estimate glomerular filtration rate. Ann Intern Med. 2009;150:604-612
  4. Alessandra Calábria Baxmann u. a.: Influence of Muscle Mass and Physical Activity on Serum and Urinary Creatinine and Serum Cystatin C. In: Clin J Am Soc Nephrol. Nr. 3, 2008, S. 348-354.
  5. Mussap M, Plebani M: Biochemistry and clinical role of human cystatin C. In: Crit Rev Clin Lab Sci. Nr. 41(5-6), 2004, S. 467-550
  6. Laterza O. F. u. a.: Cystatin C: An Improved Estimator of Glomerular Filtration Rate?. In: Clinical Chemistry. Nr. 48, 2002, S. 699-707
  7. Stevens, Lesley A. et al.: Evaluation of the Modification of Diet in Renal Disease Study Equation in a Large Diverse Population. In: J Am Soc Nephrol. Nr. 18, 2007, S. 2749-2757
  8. Joseph A. Vassalotti et al.: Testing for Chronic Kidney Disease: A Position Statement From the National Kidney Foundation. In: American Journal of Kidney Diseases. Nr. 50, 2007, S. 169-180

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