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Diagnostik bei Verdacht auf einen Hyperaldosteronismus

Klinische Bedeutung

Die Prävalenz des primären Hyperaldosteronismus (PHA) wird bei Hypertonikern auf 5 - 13 % geschätzt und ist damit die häufigste sekundäre Hypertonieursache. Die Krankheit kann viele Jahre lang bestehen, bevor eine Hypokaliämie auftritt.
Der primäre Hyperaldosteronismus ist durch ein hohes Plasmaaldosteron und ein supprimiertes Renin differenzialdiagnostisch von anderen Formen der Mineralokortikoidhypertonie abgrenzbar.
Zum besseren Erkennen einer solchen Situation wird aus den Messwerten der Aldosteron/Renin-Quotient (ARQ) ermittelt. Die Nutzung des ARQ beruht auf der Annahme, dass die physiologische Abhängigkeit des Aldosterons vom Renin beim PHA aufgehoben ist und Aldosteron disproportional zum Renin ansteigt. Eine erhöhte Ratio identifiziert demzufolge auch Patienten die bezugnehmend auf ihr Renin ein inadäquat hohes Aldosteron haben.

Der Aldosteron/Renin-Quotient (ARQ) wird unabhängig von der Höhe der Serum-Aldosteron-Konzentration bei gleichzeitiger Anforderung von Renin immer berechnet und auf dem Befund mitgeteilt.

Da die Diagnose effektive und kostengünstige Therapiemöglichkeiten eröffnet, ist ein erweitertes Screening mittels des ARQ mit zusätzlicher Einbeziehung von normokaliämischen Patienten allgemein anerkannt.
Patienten mit PHA haben eine deutlich höhere kardiovaskuläre, zerebrovaskuläre und renale Morbidität und Mortalität als essenzielle Hypertoniker.

Klassifikation des PHA

  • Aldosteron produzierendes Adenom (M. Conn)
  • Idiopathischer Hyperaldosteronismus
  • Makronoduläre Nebennierenrinden-Hyperplasie
  • Aldosteron produzierendes Karzinom
  • Familiärer Hyperaldosteronismus
  •  

Indikation

Screening auf PHA bei allen Patienten mit:

  • Grad 2 (>160/100 mmHg) und Grad 3 (>180/110 mmHg) Hypertension
  • Therapieresistenter Hypertension (>3AHT)
  • Kombination Hypertension/Hypokaliämie (spontan oder Diuretika-induziert)
  • Kombination Hypertension/adrenales Inzidentalom
  • Hypertension und Familienanamnese für hohen Blutdruck oder zerebrovaskulärem Ereignis vor dem 40. Lebensjahr
  • hypertensive Verwandte ersten Grades von PHA-Patienten

Diagnostisches Vorgehen

  1. Screeningtest
    • Bestimmung des Aldosteron/Renin-Quotienten
  2. Bestätigungstest bei auffälligem Screeningtest oder bei klinischem Verdacht:
    • Kochsalzbelastungstest
  3. Differenzialdiagnostische Tests
    • Bildgebung der Nebenniere mittels CT oder MRT
    • Renin-Aldosteron-Orthotase-Test
    • Nebennierenvenen-Katheterisierung 

Präanalytik

Patientenvorbereitung

Folgende Medikamente beeinflussen den ARQ (falsch hohe oder falsch niedrige Werte) und sollten unter Berücksichtigung der klinischen Vertretbarkeit während der gesamten Diagnostikphase abgesetzt werden:

  • ß-Blocker, Imidazolinrezeptor-Agonisten (z. B. Clonidin) eine Woche vorher
  • Spironolacton, Eplerenon, Drospirenon 4
    Wochen vorher
  • ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor-Antagonisten
    Schleifendiuretika, Kalium sparende Diuretika
    eine Woche vorher
  • Alpha-Antagonisten, Kalziumantagonisten und Thiaziddiuretika brauchen nicht abgesetzt werden
Sollten aus oben erwähnter klinischer Vertretbarkeit bestimmte Medikamente nicht abgesetzt werden können, bitten wir um Mitteilung der verbliebenen Medikation auf dem Untersuchungsauftrag.
Morgendliche Blutabnahme (2 Stunden nach dem Aufstehen) am liegenden Patienten nach 30 minütiger Ruhephase.

Untersuchungsmaterial

Aldosteron: Serum (weiße Serummonovette)
Renin: EDTA-Plasma (rote EDTA-Monovette)


Das Untersuchungsmaterial muss am Entnahmetag in unserem Labor eintreffen.



Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Tel. 0335 5581-100.

Dipl.-Biologin Kerstin Schurig


Dr. med. Michael Schuster
Facharzt Transfusionsmedizin
und Laboratoriumsmedizin

 


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